Mein Schatten


„ …meinen Schatten umarmen,“ sagt Carmen Rodina, „ ihn integrieren, mit ihm Frieden schließen.“  Rodina’s Schatten steht für die dunklen Seiten in uns, für ungelöste Konflikte oder Verletzungen aus der Vergangenheit, die im Unterbewussten haften geblieben sind. Auf der Bühne erscheint das alter ego der Choreographin als schwarzer Schatten in einer roten Halbkugel vor schwarzem Hintergrund. In dem subtilen Wechselspiel von innehaltender Wahrnehmung und heftiger Konfrontation mit ihrer Doppelgängerin manifestiert sich ein sehr persönlicher Prozess tänzerischer Auseinandersetzung mit den Schatten ihrer Vergangenheit. Auf die Begegnung folgt ein langsames Herantasten an die noch ungeliebte Doppelgängerin, sie stellt sich ihrer inneren Kritikerin und Zweiflerin – um sich schließlich aus ihren Fesseln zu befreien. Die Erkenntnis, dass beide Seiten, auch die dunkle, zu uns gehören, ebnet den Weg und schafft so Raum für Lebensfreude und Dankbarkeit. Eine sehr eindrucksvolle Demonstration, wie das Medium Tanz im Inneren blockierte Energien freisetzen und zu hoher künstlerischer Perfektion führen kann.

Choreografie & Tanz:
Carmen Rodina

Licht:
Wolf Beckmann

Aufführungen:
Theaterfestival in Guatemala City 2007, unterstützt durch die Universität San Carlos de Guatemala  Dauer: 15 min.
Theater Retazos Havana /Kuba 2008  Dauer: 15 min.